Ryeqo bei Endometriose: Mein Erfahrungsbericht nach dem Wechsel von Dienogest
Zuletzt aktualisiert: 06.08.2026
Vor drei Monaten habe ich nach langem Zögern den Schritt gewagt und von Dienogest zu Ryeqo gewechselt – in der Hoffnung, meine chronischen Endometriose-Schmerzen endlich besser in den Griff zu bekommen.
Diese Entscheidung fiel mir alles andere als leicht. Die Vorstellung einer künstlichen Menopause machte mir Angst und ich hatte große Sorge vor möglichen Nebenwirkungen. Gleichzeitig wusste ich, dass ich etwas verändern musste. Zwar hatte Dienogest meine Beschwerden teilweise gelindert und meine Regelblutung blieb aus, doch ich litt weiterhin regelmäßig unter Unterleibsschmerzen und einer starken Erschöpfung, die mich im Alltag erheblich einschränkten.
In diesem Artikel teile ich meine Erfahrungen mit Ryeqo nach dem Wechsel von Dienogest. Ich erzähle, warum ich mich für die Umstellung entschieden habe, wie ich die ersten Tage und Wochen mit dem Medikament erlebt habe, welche Nebenwirkungen bei mir aufgetreten sind und ob Ryeqo meine chronischen Endometriose-Beschwerden tatsächlich verbessern konnte. Ein kleiner Spoiler vorab: Bis jetzt hat sich der Wechsel für mich definitiv gelohnt.
💡 Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zu deiner eigenen Behandlung solltest du immer ärztlichen Rat einholen. Weitere Informationen findest du auf meiner Disclaimer-Seite.
Inhaltsverzeichnis
Kurz erklärt: Was ist Ryeqo?
Ryeqo ist ein hormonelles Medikament in Tablettenform zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Endometriose-Schmerzen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Es ist in Deutschland seit Ende 2023 für Endometriose zugelassen und kommt meist dann infrage, wenn eine Erstlinientherapie – beispielsweise mit Dienogest – die Beschwerden nicht ausreichend lindert. Ryeqo wird einmal täglich etwa zur gleichen Uhrzeit, unabhängig von Mahlzeiten und ohne Einnahmepause eingenommen.
Wie wirkt Ryeqo?
Ryeqo enthält drei Wirkstoffe: Relugolix, Estradiol und Norethisteronacetat. Relugolix ist ein GnRH-Antagonist, der die GnRH-Rezeptoren in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) blockiert und dadurch die körpereigene Produktion von Östrogen und Progesteron senkt. Dadurch können das Wachstum und die hormonabhängige Aktivität von Endometrioseherden reduziert werden.
Gleichzeitig gleichen Estradiol und Norethisteronacetat (Add-back-Therapie) den Hormonmangel teilweise aus und helfen dabei, typische Beschwerden eines niedrigen Östrogenspiegels – wie Hitzewallungen, vaginale Trockenheit oder Knochenschwund – zu reduzieren.
Die Wirkung von Ryeqo wird häufig mit einer vorübergehenden, umkehrbaren künstlichen Menopause verglichen. Durch die Add-back-Therapie bleiben die Hormonspiegel jedoch höher als bei einer vollständigen Unterdrückung, wodurch viele Frauen das Medikament besser vertragen.
Ryeqo vs. Dienogest – Was ist der Unterschied?
| Eigenschaft | Dienogest | Ryeqo |
|---|---|---|
| Wirkstoffe | Enthält nur ein Gestagen (Gelbkörperhormon): Dienogest. | Enthält drei Wirkstoffe: Relugolix, Estradiol und Norethisteronacetat. |
| Wirkungsweise | Hemmt über seine gestagene Wirkung die Eierstockaktivität und senkt dadurch die Östrogenproduktion. Dadurch wird die hormonabhängige Aktivität von Endometrioseherden reduziert. | Relugolix blockiert als GnRH-Antagonist die Signalübertragung an der Hirnanhangsdrüse und senkt somit die körpereigene Produktion von Östrogen und Progesteron. Estradiol und Norethisteronacetat dienen als Add-back-Therapie. |
| Einsatzbereich | Wird häufig als Erstlinientherapie bei Endometriose eingesetzt. | Wird meist eingesetzt, wenn Erstlinientherapien wie Dienogest nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. |
Warum bin ich von Dienogest zu Ryeqo gewechselt?
Meine Erfahrungen mit Dienogest bei Endometriose-Schmerzen
Wenn du meinen Blog schon länger verfolgst, weißt du vielleicht, dass meine Erfahrungen mit Dienogest (Zafrilla) ziemlich gemischt waren. Einerseits hat mir die Hormontherapie durchaus geholfen: Meine Regelblutung blieb aus, wodurch die stärksten zyklusbedingten Schmerzen wegfielen. Außerdem hatte ich nicht mehr täglich Unterleibsschmerzen und es gab Phasen, in denen ich mich mehrere Tage hintereinander relativ gut fühlte.
Auch die Nebenwirkungen waren für mich im Vergleich zu früheren hormonellen Behandlungen mit Kombinationspillen oder der Jaydess-Hormonspirale deutlich besser auszuhalten. Ich hatte keine Gewichtszunahme oder Übelkeit, mein Hautbild wurde eher besser als schlechter und Beschwerden wie Stimmungsschwankungen oder eine verringerte Libido hielten sich insgesamt in Grenzen.
Warum ich nach einer Alternative für Dienogest gesucht habe
Trotz dieser positiven Veränderungen war ich jedoch nicht beschwerdefrei. Ich hatte weiterhin regelmäßig Unterleibsschmerzen und kämpfte dabei mit einer starken Erschöpfung, die meinen Alltag deutlich einschränkte. Nach etwa eineinhalb Jahren mit Dienogest war meine Frauenärztin der Meinung, dass wahrscheinlich keine weitere Verbesserung durch dieses Medikament zu erwarten war.
Als dann auch einige Beschwerden wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Stuhlgang, die nach meiner Endometriose-Operation zunächst verschwunden waren, langsam wieder zurückkehrten, wurde mir klar, dass ich nicht einfach weiter abwarten wollte. Ich musste überlegen, ob eine andere Hormontherapie mir möglicherweise besser helfen könnte.
Warum ich mich für Ryeqo entschieden habe
Meine Frauenärztin hatte Ryeqo bereits früher als mögliche Alternative zu Dienogest erwähnt. Anfangs war sie dabei jedoch eher vorsichtig, da Ryeqo zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch nicht lange zur Behandlung von Endometriose zugelassen war und sie selbst noch wenig Erfahrung mit Patientinnen hatte, die das Medikament einnahmen. Gleichzeitig klangen die ersten Studienergebnisse zur Linderung von Endometriose-bedingten Schmerzen vielversprechend.
Da mich die Vorstellung einer künstlichen Menopause zunächst ziemlich verunsicherte, begann ich, mich genauer über Ryeqo zu informieren. Ich las verschiedene Informationen und Studien über die Wirkung, mögliche Vorteile und Nebenwirkungen des Medikaments. Besonders Sorgen machte ich mir darüber, wie belastend mögliche Beschwerden durch den niedrigeren Östrogenspiegel für mich sein würden – zum Beispiel Hitzewallungen oder nächtliches Schwitzen – und wie sich die Behandlung langfristig auf meine Knochengesundheit auswirken würde.
Je mehr ich mich mit Ryeqo auseinandersetzte, desto mehr bekam ich jedoch das Gefühl, dass es trotz meiner Bedenken einen Versuch wert sein könnte. Deshalb entschied ich mich schließlich, den Schritt zu wagen und Ryeqo eine Chance zu geben.
Welche Erwartungen hatte ich vor dem Start mit Ryeqo?
Nach mehreren Hormontherapien, die mir bisher nur begrenzt geholfen hatten, und einer Bauchspiegelung, die auch nur teilweise Schmerzlinderung gebracht hatte, erwartete ich nicht, dass Ryeqo plötzlich ein Wundermittel gegen meine Endometriose-Beschwerden sein würde.
Trotzdem hatte ich natürlich Hoffnungen. Ich wünschte mir vor allem, wieder mehr schmerzfreie Tage zu haben, mehr Energie im Alltag zu verspüren und dadurch insgesamt wieder mehr Möglichkeiten, Planbarkeit und somit mehr Lebensqualität zurückzugewinnen.
Mir war bewusst, dass es wahrscheinlich einige Zeit dauern würde, bis ich eine Wirkung bemerken würde, und dass die ersten Wochen möglicherweise nicht einfach werden würden, während mein Körper sich an die neue Hormontherapie gewöhnt. Gleichzeitig war meine Hoffnung, dass mögliche anfängliche Nebenwirkungen mit der Zeit nachlassen würden.
Besonders gespannt war ich darauf, ob sich meine starke Erschöpfung verbessern würde. Meine Frauenärztin vermutete, dass diese bei mir zumindest teilweise eine Nebenwirkung von Dienogest sein könnte, und ich hoffte daher, dass sich durch den Wechsel auch mein Energielevel wieder verbessern würde.
Meine Erfahrungen mit Ryeqo: Die ersten drei Monate
Nachdem ich mich für den Wechsel entschieden hatte, bekam ich von meiner Frauenärztin ein Rezept für drei Monate Ryeqo. Dank der Kostenübernahme durch die Krankenkasse musste ich für die Packung nur 10 Euro selbst bezahlen - ein Glück, denn Ryeqo ist ein teures Medikament.
Vor der ersten Einnahme war ich natürlich etwas nervös. Auch wenn ich mich inzwischen ausführlich über das Medikament informiert hatte und in der Packungsbeilage zu meiner Erleichterung keine sehr lange Liste an möglichen Nebenwirkungen vorfand, weiß man nie genau, wie der eigene Körper auf eine neue Hormontherapie reagieren wird.
Die erste Tablette und die ersten Tage mit Ryeqo
Nach der ersten Einnahme bemerkte ich keine großen, direkten Effekte. In den ersten Tagen bekam ich jedoch Kopfschmerzen, ähnlich wie ich es bereits vom Beginn früherer hormoneller Behandlungen kannte. Zum Glück waren diese gut auszuhalten und verschwanden nach einiger Zeit wieder von selbst.
Die ersten Wochen: anfängliche Anpassungsphase
Nach etwa einer Woche begann ich, weitere Veränderungen durch die hormonelle Umstellung zu bemerken. Dazu gehörten unter anderem leichte Zwischenblutungen, die leider von stärkeren menstruationsähnlichen Krämpfen begleitet wurden, sowie nächtliche Hitzewallungen und Schwitzen, wodurch mein Schlaf deutlich unruhiger wurde.
Nach einem Monat: Erste kleine Verbesserungen
Nach etwa einem Monat begann ich langsam zu merken, dass sich etwas zum Guten veränderte. Ich hatte den Eindruck, mehr Tage mit weniger Schmerzen zu haben, und fühlte mich trotz der teilweise schlechteren Nächte oft energiegeladener.
Trotzdem war es keine plötzliche große Veränderung und es blieb unvorhersehbar, wie gut oder schlecht es mir in den nächsten Tagen gehen würde. Positiv überrascht hat mich jedoch, dass die Umstellung auf Ryeqo insgesamt deutlich leichter verlief, als ich befürchtet hatte.
Nach drei Monaten mit Ryeqo
Nach drei Monaten hatte ich das Gefühl, dass sich mein Körper gut an Ryeqo gewöhnt hatte und viele der anfänglichen Nebenwirkungen von selbst verschwunden oder gut auszuhalten waren. Welche Nebenwirkungen genau aufgetreten sind und welche Auswirkungen die neue Hormontherapie auf meine Endometriose-Schmerzen und meine Erschöpfung hatte, beschreibe ich in den nächsten Abschnitten.
Welche Wirkung hatte Ryeqo auf meine Endometriose-Schmerzen und Erschöpfung?
Weniger Schmerzen und bessere Belastbarkeit
Nach den ersten drei Monaten mit Ryeqo kann ich sagen, dass es mir insgesamt deutlich besser geht – und es tut richtig gut, das sagen zu können. Ich habe weiterhin gute und schlechte Tage, die sich meist ohne erkennbaren Grund abwechseln. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich das Verhältnis zwischen beiden seit dem Wechsel von Dienogest zu Ryeqo deutlich positiv verändert hat.
Ich schätze, dass ich inzwischen an etwa 70 % der Tage deutlich weniger oder manchmal gar keine Schmerzen habe. Außerdem muss ich seltener Schmerzmittel einnehmen, kann körperlich wieder mehr leisten und erhole mich schneller nach anstrengenden Tagen.
Ein konkretes Beispiel dafür ist eine zehn Kilometer lange Wanderung, die ich etwa einen Monat vor Beginn der Behandlung mit Ryeqo unternommen hatte. Danach hatte ich ungefähr zwei Wochen lang Schmerzen und war sehr erschöpft. Das war besonders frustrierend, weil Wandern eines meiner Hobbys ist, das mir viel Freude bereitet und mir dabei hilft, Stress abzubauen.
Einige Wochen nach Beginn der Behandlung mit Ryeqo machte ich dieselbe Wanderung noch einmal – als eine Art kleines Experiment. Obwohl ich auch dieses Mal gemerkt habe, dass eine solche körperliche Belastung nicht völlig ohne Folgen bleibt, waren die Beschwerden dieses Mal bereits nach etwa zwei Tagen wieder verschwunden. Für mich war das ein schönes Zeichen dafür, dass sich meine Belastbarkeit seit dem Wechsel auf Ryeqo verbessert hatte.
Hat Ryeqo auch meine Erschöpfung verbessert?
Tatsächlich habe ich seit dem Wechsel zu Ryeqo die größte Veränderung bei meiner Erschöpfung bemerkt. Während der Einnahme von Dienogest (Zafrilla) fühlte ich mich morgens nach dem Aufstehen oft, als wäre meine Batterie bereits leer. Es war eine ganz andere Art von Müdigkeit als bei Schlafmangel. Mein Kopf wollte zwar vieles unternehmen, aber mein Körper konnte einfach nicht. Ich konnte mich kaum auf etwas konzentrieren, selbst ein Buch zu lesen oder fernzusehen war schwierig.
Dieses Gefühl lässt sich am ehesten mit der Erschöpfung vergleichen, die ich während des Pfeifferschen Drüsenfiebers oder bei Long Covid erlebt habe. Natürlich erlebt jeder Erschöpfung und auch diese Erkrankungen anders, aber vielleicht hilft dir dieser Vergleich, um dir besser vorstellen zu können, was ich meine.
Seit dem Wechsel zu Ryeqo habe ich dieses Gefühl kaum noch erlebt. Das liegt wahrscheinlich zum Teil daran, dass ich inzwischen deutlich seltener Schmerzen habe, denn die starke Erschöpfung trat bei mir fast immer zusammen mit den Schmerzen auf. Gleichzeitig könnte meine Frauenärztin mit ihrer Vermutung recht gehabt haben, dass die Fatigue zumindest teilweise eine Nebenwirkung von Dienogest war. Tatsächlich werden Kraftlosigkeit bzw. Schwäche in der Packungsbeilage von Zafrilla als häufige Nebenwirkungen aufgeführt, die bis zu eine von zehn behandelten Personen betreffen können. In dieser Hinsicht hatte ich offenbar einfach Pech.
Wie objektiv sind diese Beobachtungen?
Um die Wirkung von Ryeqo auf meine Endometriose-Schmerzen noch genauer beurteilen zu können, wäre ein Symptomtagebuch eigentlich ideal. Ich muss zugeben, dass es mir bis heute leider noch nicht gelungen ist, meine Beschwerden über einen längeren Zeitraum konsequent zu dokumentieren – unter anderem wegen meiner ADHS und der Erschöpfung.
Auch wenn ich selbst also kein gutes Vorbild bin: Falls du unter chronischen Beschwerden leidest, kann ich dir ein Symptomtagebuch wirklich empfehlen. Es kann eine große Hilfe sein, um besser zu erkennen, welche Auswirkungen eine bestimmte Behandlung oder Veränderungen deines Lebensstils auf deine Beschwerden haben. Ein kostenloses Symptomtagebuch zum Ausdrucken findest du hier.
Welche Nebenwirkungen hatte ich mit Ryeqo?
Natürlich habe ich mich vor dem Wechsel zu Ryeqo gefragt, welche Nebenwirkungen auf mich zukommen würden. Gerade die Vorstellung einer künstlichen Menopause hatte mir im Vorfeld ziemlich Angst gemacht. Rückblickend kann ich aber sagen, dass die Umstellung insgesamt deutlich unkomplizierter verlief, als ich erwartet hatte.
Das bedeutet nicht, dass ich überhaupt keine Nebenwirkungen hatte. Einige Beschwerden sind tatsächlich aufgetreten, die meisten waren jedoch vorübergehend oder für mich gut auszuhalten.
Kopfschmerzen zu Beginn der Behandlung
In den ersten Tagen nach der ersten Tablette bekam ich leichte Kopfschmerzen. Das war für mich allerdings nichts Ungewöhnliches, denn ähnliche Beschwerden hatte ich auch zu Beginn früherer Hormonbehandlungen. Nach einigen Wochen verschwanden die Kopfschmerzen von selbst wieder.
Zwischenblutungen
In den ersten Wochen kam es außerdem gelegentlich zu Zwischenblutungen. Teilweise waren sie von menstruationsähnlichen Krämpfen begleitet, was zunächst etwas beunruhigend war. Nach einiger Zeit hörten die Zwischenblutungen jedoch vollständig auf.
Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen und lebhafte Träume
Am unangenehmsten waren für mich anfangs nächtliche Hitzewallungen, starkes Schwitzen und ungewöhnlich lebhafte Träume. Dadurch wachte ich nachts häufiger auf und schlief insgesamt deutlich unruhiger.
Meine Frauenärztin erzählte mir, dass auch andere Patientinnen zu Beginn der Behandlung von ungewöhnlich lebhaften Träumen berichtet hätten. Ob tatsächlich ein Zusammenhang mit Ryeqo besteht, kann ich natürlich nicht beurteilen. Bei mir traten sie jedenfalls gleichzeitig mit den nächtlichen Hitzewallungen auf und verschwanden nach einigen Wochen wieder.
Trockene Schleimhäute
Außerdem bemerkte ich etwas häufiger vaginale Reizungen durch trockene Schleimhäute. Im Vergleich zu meinen Erfahrungen mit der Jaydess-Hormonspirale waren diese Beschwerden jedoch deutlich milder und für mich gut auszuhalten.
Mir fiel außerdem auf, dass sich meine chronischen Nasennebenhöhlenbeschwerden, die ich aufgrund meiner Allergien habe, verschlechterten. Anfangs habe ich keinen Zusammenhang mit Ryeqo vermutet, da dazu nichts in der Packungsbeilage steht. Erst später las ich, dass hormonelle Behandlungen auch die Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen austrocknen können. Ob das bei mir tatsächlich die Ursache war oder nicht, lässt sich schwer beurteilen.
Hat Ryeqo meine Stimmung verändert?
Viele fragen sich, ob Ryeqo die Stimmung negativ beeinflusst. Bei mir war das in den ersten Monaten zum Glück nicht der Fall. Im Gegenteil: Da ich seltener Schmerzen und mehr Energie hatte, war ich häufig sogar besser gelaunt als zuvor.
Natürlich gibt es auch heute noch Tage, an denen es mir körperlich nicht gut geht und sich das auf meine Stimmung auswirkt. Das empfinde ich jedoch nicht als Nebenwirkung des Medikaments, sondern als normale Reaktion auf die chronischen Gesundheitsbeschwerden.
Praktische Erfahrungen mit Ryeqo im Alltag
Neben der Wirkung und den möglichen Nebenwirkungen habe ich mit der Zeit auch einige praktische Erfahrungen mit Ryeqo im Alltag gesammelt. Besonders die Frage, zu welchem Zeitpunkt ich die Tablette am besten einnehme, hat bei mir tatsächlich einen Unterschied gemacht.
Ryeqo morgens oder abends einnehmen?
Zu Beginn war ich mir nicht ganz sicher, wann ich Ryeqo am besten einnehmen sollte. Weder in der Packungsbeilage noch von meiner Frauenärztin erhielt ich dazu eine konkrete Empfehlung. Wichtig war vor allem, die Tablette jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit einzunehmen. Da ich Dienogest immer abends eingenommen hatte, entschied ich mich zunächst auch bei Ryeqo für diesen Zeitpunkt.
Nach einigen Tagen bemerkte ich jedoch, dass ich nachts Hitzewallungen bekam, stark schwitzte und durch lebhafte Träume schlechter schlief. Irgendwann schlug mein Mann vor, auszuprobieren, ob sich etwas verändert, wenn ich Ryeqo morgens einnehme (er schlief selbst auch schlechter durch meine Unruhe und Wärme). Deshalb verschob ich den Einnahmezeitpunkt nach und nach um etwa zwei Stunden pro Tag, bis ich die Tablette schließlich nach dem Frühstück einnahm.
Und tatsächlich: Meine Schlafprobleme verschwanden wieder. Dafür hatte ich anfangs tagsüber gelegentlich kurze Hitzewallungen. Diese waren für mich persönlich aber nicht so störend und verschwanden nach einigen Wochen ebenfalls vollständig.
Wie schnell wurde die Einnahme von Ryeqo zur Routine?
Glücklicherweise fiel es mir nicht schwer, die tägliche Einnahme von Ryeqo in meinen Alltag zu integrieren. Da ich bereits eineinhalb Jahre lang täglich Dienogest eingenommen hatte, war es im Grunde einfach nur eine andere Tablette, aber die gleiche Gewohnheit.
Am Anfang versuchte ich, die Einnahme mit einer bestehenden Routine zu verbinden, beispielsweise mit dem Zähneputzen oder dem Frühstück. Da meine Aufstehzeiten je nach Wochentag jedoch unterschiedlich waren, funktionierte das für mich nicht zuverlässig genug.
Schließlich entschied ich mich, Ryeqo jeden Tag um 9 Uhr einzunehmen. In den ersten zwei Wochen stellte ich mir dafür noch einen Wecker, bis es zur Gewohnheit geworden war und ich automatisch daran dachte.
Was passiert, wenn ich Ryeqo später einnehme oder vergesse?
Trotzdem kommt es natürlich manchmal vor, dass ich Ryeqo nicht exakt um 9 Uhr einnehme. Das passiert mir insbesondere, wenn mein Tagesablauf anders ist, zum Beispiel durch einen frühen Termin oder einen Tagesausflug. Dann denke ich manchmal erst später an die Einnahme oder habe die Tablette nicht mal dabei.
Bei einer Abweichung von etwa einer halben Stunde merke ich persönlich keinen Unterschied. Die Einnahme zur exakt gleichen Minute scheint also für mich nicht notwendig zu sein. Wenn ich Ryeqo allerdings deutlich später am Tag einnehme, bekomme ich meistens wieder Unterleibsschmerzen.
Wenn ich die Einnahme mal über mehrere Stunden hinweg vergessen habe, stelle ich mir für die nächsten Tage einen Wecker, um die Einnahme nicht noch einmal zu vergessen.
Mein persönliches Fazit: Würde ich mich wieder für Ryeqo entscheiden?
Wenn ich heute auf den Wechsel von Dienogest zu Ryeqo zurückblicke, bin ich sehr froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Meine Gesundheit hat sich seitdem spürbar verbessert und ich würde mich auch heute wieder für Ryeqo entscheiden.
Besonders erleichtert hat mich, dass die Folgen des niedrigeren Östrogenspiegels für mich deutlich weniger belastend waren als erwartet. Eine künstliche Menopause klang im Voraus viel eingreifender, als sie tatsächlich ist. Rückblickend waren die Nebenwirkungen gut auszuhalten und insgesamt mild.
Am meisten profitiere ich davon, dass ich heute seltener Schmerzen habe und wesentlich seltener unter starker Erschöpfung leide. Dadurch kann ich mich besser konzentrieren, wieder mehr unternehmen und meinen Alltag etwas zuverlässiger planen – auch wenn ich nach wie vor Rückschläge erlebe und meine Belastungsgrenzen berücksichtigen muss.
Natürlich ist Ryeqo für mich kein Wundermittel. Ich bin auch heute nicht schmerzfrei und hatte insgeheim gehofft, dass die Wirkung stärker ausfallen würde. Gleichzeitig hatte ich nach mehreren Jahren mit chronischen Beschwerden nie wirklich damit gerechnet, plötzlich völlig gesund zu sein. In dieser Hinsicht wurden meine Erwartungen insgesamt erfüllt: Ich spüre eine klare Verbesserung meiner Lebensqualität bei vergleichsweise gut verträglichen Nebenwirkungen.
Meine größte Unsicherheit betrifft deshalb nicht mehr den Wechsel selbst, sondern die zukünftige Entwicklung. Aufgrund meiner Erfahrungen mit früheren Hormontherapien frage ich mich, ob die positive Wirkung langfristig bestehen bleibt oder mit der Zeit wieder nachlässt. Zudem bin ich mir noch etwas unsicher, welche Auswirkungen das Medikament langfristig auf meine Knochengesundheit haben wird.
Was ich dir zum Schluss mitgeben möchte
Alles, was ich in diesem Artikel beschrieben habe, basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Erfahrungen mit Ryeqo. Jeder Körper reagiert anders auf eine Hormontherapie, weshalb deine Erfahrungen ganz anders aussehen können.
Wenn dir deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt Ryeqo empfiehlt und bisherige Behandlungen deine Beschwerden nicht ausreichend lindern konnten, kann es sich trotzdem lohnen, dich über das Medikament zu informieren und gemeinsam abzuwägen, ob es für dich infrage kommt.
Nimmst du selbst Ryeqo oder überlegst, damit zu beginnen? Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen oder Fragen in den Kommentaren teilst. Der Austausch mit anderen hat mir selbst in meinem Entscheidungsprozess sehr geholfen.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Ryeqo bei Endometriose
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Ryeqo wirkt, indem es die körpereigene Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron vorübergehend senkt. Dadurch werden das Wachstum und die Aktivität von Endometrioseherden gehemmt und endometriosebedingte Schmerzen können gelindert werden. Die enthaltene Add-back-Therapie mit Estradiol und Norethisteronacetat hilft gleichzeitig dabei, Beschwerden eines niedrigen Östrogenspiegels zu reduzieren und das Risiko für Osteoporose zu verringern.
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Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Ryeqo gehören Hitzewallungen und Kopfschmerzen. Andere häufig vorkommende Nebenwirkungen sind Zwischenblutungen, eine verminderte Libido, Gereiztheit, Schwindel, Übelkeit, Haarausfall, Gelenkschmerzen, vermehrtes Schwitzen, nächtliche Schweißausbrüche und trockene Schleimhäute im Genitalbereich.
Welche Nebenwirkungen tatsächlich auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, variiert jedoch von Person zu Person. Viele Nebenwirkungen klingen auch mit der Zeit ab, sobald sich der Körper an die hormonelle Umstellung gewöhnt hat.
Ich hatte persönlich ebenfalls mit einigen dieser Nebenwirkungen zu tun. Viele verschwanden allerdings bereits in den ersten Monaten wieder oder sind insgesamt gut auszuhalten.
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Wie schnell Ryeqo wirkt, ist individuell unterschiedlich. Während einige Frauen bereits nach wenigen Wochen erste Verbesserungen bemerken, dauert es bei anderen mehrere Monate, bis sich die volle Wirkung entfaltet.
Ich selbst hatte nach etwa einem Monat den Eindruck, dass die Schmerzen weniger wurden und ich mich insgesamt fitter fühlte. Nach ungefähr drei Monaten hatte ich das Gefühl, dass sich mein Körper gut an die Behandlung gewöhnt hatte.
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Laut wissenschaftlichen Studien kann Ryeqo Endometriose-Schmerzen wirksam lindern, die Erkrankung jedoch nicht heilen.
Wie gut Ryeqo wirkt, hängt unter anderem von der Ausprägung der Endometriose sowie von weiteren Faktoren ab. Viele Frauen mit Endometriose leiden zusätzlich an Adenomyose oder anderen Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die ebenfalls Schmerzen oder andere Beschwerden verursachen können. Auch eine verspannte Beckenbodenmuskulatur oder eine Nervensensibilisierung bei lang bestehenden Schmerzen können dazu beitragen, dass Unterleibsschmerzen trotz Behandlung mit Ryeqo bestehen bleiben.
In meinem Fall hat sich die Zahl der schmerzärmeren Tage deutlich erhöht. Außerdem benötige ich seltener Schmerzmittel, erhole mich schneller nach körperlicher Belastung und kann meinen Alltag wieder etwas besser planen. Vollständig beschwerdefrei bin ich allerdings nicht geworden.
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Ryeqo sollte einmal täglich ungefähr zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. Die Tablette kann unabhängig von den Mahlzeiten mit ausreichend Wasser geschluckt werden. Wichtig ist vor allem eine möglichst regelmäßige Einnahme.
Falls bereits eine hormonelle Behandlung angewendet wird, kann in der Regel direkt auf Ryeqo umgestellt werden. Ansonsten sollte Ryeqo innerhalb der ersten fünf Tage des Menstruationszyklus – also ab dem ersten Tag der Monatsblutung – begonnen werden. Dadurch lässt sich das Risiko für Zwischenblutungen verringern.
Wird eine Tablette vergessen, sollte sie eingenommen werden, sobald man sich daran erinnert. Die nächste Tablette wird anschließend wieder zum gewohnten Zeitpunkt am folgenden Tag eingenommen.
Ich habe Ryeqo zunächst abends eingenommen, später jedoch auf den Morgen umgestellt. Dadurch verschwanden meine nächtlichen Hitzewallungen und Schlafprobleme. Diese Erfahrung ist natürlich individuell und muss nicht bei jedem genauso sein.
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Weiterführende Informationen
Wenn du dich noch tiefer in das Thema Endometriose und Hormontherapien einlesen möchtest oder auf der Suche nach offiziellen Anlaufstellen bist, findest du hier hilfreiche Links und wissenschaftliche Quellen:
🏥 Patienteninformationen & Fachportale
Relugolix-Kombinationstherapie bei Endometriose (Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.): Patientenorientierte Informationen zur Wirkweise, Anwendung und den möglichen Vor- und Nachteilen der Behandlung von Endometriose mit Ryeqo.
Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Allgemeinverständliche und evidenzbasierte Informationen zu Endometriose und Behandlungsmöglichkeiten.
Frauenärzte im Netz: Fachliche Informationen des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) zu Endometriose, Diagnostik und Therapie.
📄 Medizinische Leitlinien & Arzneimittelinformationen
S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Endometriose: Die offizielle medizinische Diagnostik- und Behandlungsrichtlinie für Endometriose, die von der AWMF für Fachärzt:innen in Deutschland bereitgestellt wird.
Gebrauchsinformation Ryeqo (PatientenInfo-Service): Offizielle Packungsbeilage mit allen wichtigen Informationen zu Einnahme, Nebenwirkungen und Aufbewahrung.
🔬 Wissenschaftliche Studien
Blair, H.A. (2024): Relugolix/Estradiol/Norethisterone Acetate: A Review in Endometriosis-Associated Pain. Drugs. DOI: 10.1007/s40265-024-02018-3
💡Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie aus Relugolix, Estradiol und Norethisteronacetat bei endometriosebedingten Schmerzen.
Palumbo, M., Giampaolino, P., Pellicano, M. et al. (2026): New perspectives in managing chronic pelvic pain in endometriosis: the role of GnRH antagonists versus dienogest. Expert Opinion on Pharmacotherapy. DOI: 10.1080/14656566.2026.2657998
💡Übersichtsarbeit über neue Perspektiven in der Behandlung von chronischen Unterleibsschmerzen bei Endometriose, mit einem Fokus auf den Vergleich zwischen Dienogest und GnRH-Antagonisten wie Ryeqo.
Sun, R., Xu, H., Ma, R. et al. (2026): Clinical and endocrine effects of pharmacological therapy in endometriosis: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Endocrinology. DOI: 10.3389/fendo.2026.1792793
💡Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse über die klinischen und endokrinen (hormonellen) Auswirkungen verschiedener medikamentöser Therapien bei Endometriose.
Giudice, L., As-Sanie, S., Arjona Ferreira, J. et al. (2022): Once daily oral relugolix combination therapy versus placebo in patients with endometriosis-associated pain: two replicate phase 3, randomised, double-blind, studies (SPIRIT 1 and 2). The Lancet, 399. DOI: 10.1016/S0140-6736(22)00622-5
💡Zwei replizierte, randomisierte Doppelblindstudien (Phase III) zur Wirksamkeit einer einmal täglichen oralen Relugolix-Kombinationstherapie im Vergleich zu Placebo bei endometriosebedingten Schmerzen.
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