Dienogest oder Ryeqo bei chronischen Endometriose-Schmerzen? Meine Erfahrungen mit beiden Hormontherapien
Dienogest oder Ryeqo bei chronischen Schmerzen durch Endometriose – welche Hormonbehandlung hilft besser? In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Erfahrungen mit Dienogest (Zafrilla) und Ryeqo und beschreibe, wie sich beide Medikamente auf meine Endometriose-Symptome ausgewirkt haben.
Seit Beginn meiner chronischen Unterleibsschmerzen vor etwa vier Jahren habe ich intensiv nach einer geeigneten Behandlung gesucht. Nach 17 Jahren mit sehr starken Regelschmerzen und anderen bis dahin unerklärlichen Beschwerden stimmte ich schließlich einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) zu. Dabei erhielt ich endlich die offizielle Diagnose: Endometriose. Leider brachte die Operation nicht die erhoffte Erleichterung. Zwar verschwanden einige Symptome, doch die täglichen Schmerzen blieben trotz der chirurgischen Entfernung der Endometrioseherde bestehen.
Nach der Operation begann ich mit Dienogest (Zafrilla), einem Gestagen, das als Erstlinientherapie bei Endometriose eingesetzt wird. Da sich nach einiger Zeit zeigte, dass diese Behandlung bei mir nicht ausreichend wirkte, wechselte ich vor etwa einem Jahr auf Empfehlung meiner Frauenärztin von Dienogest zu Ryeqo, einem GnRH-Antagonisten.
Da Ryeqo für die Behandlung von Endometriose noch ein relativ neues Medikament ist, während Dienogest sehr häufig verschrieben wird, möchte ich hier meine Erfahrungen mit beiden Mitteln teilen. Wie haben sich meine Schmerzen, mein Energielevel und meine allgemeine Lebensqualität unter der Einnahme dieser Medikamente verändert? Und wie sahen die Nebenwirkungen von Ryeqo im Vergleich zu Dienogest aus?
💡 Hinweis: Dieser Artikel basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Die Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung. Bei Beschwerden oder Entscheidungen über deine Behandlung solltest du immer ärztlichen Rat einholen. Weitere Informationen findest du auf meiner Disclaimer-Seite.
Inhaltsverzeichnis
Meine Erfahrungen mit Dienogest (Zafrilla) bei Endometriose
Was ist Dienogest und wie wirkt es?
Dienogest ist ein hormonelles Medikament (ein synthetisches Gestagen), das häufig als Erstlinientherapie bei Endometriose eingesetzt wird. Es senkt die körpereigene Östrogenproduktion und unterdrückt den Eisprung. Dadurch baut sich die Gebärmutterschleimhaut weniger stark auf. Das Ziel besteht darin, die Menstruation zu stoppen, die Endometrioseherde trockenzulegen und somit die Schmerzen zu lindern.
Mein Start mit Dienogest
Die Entscheidung, mit Dienogest (Zafrilla) zu beginnen, fiel mir nicht leicht. Frühere Hormonbehandlungen hatten bei mir kaum positive Effekte, dafür aber eine Reihe unangenehmer Nebenwirkungen. Nach meiner Bauchspiegelung im Jahr 2023 versuchte ich daher zunächst, meine Beschwerden ohne Hormone in den Griff zu bekommen. Ich setzte auf eine Ernährungsumstellung, Beckenboden-Physiotherapie, Yoga und ein TENS-Gerät (transkutane elektrische Nervenstimulation).
Leider blieben die täglichen Schmerzen bestehen und meine Periode wurde so unerträglich, dass ich regelrecht Angst vor dem nächsten Zyklus entwickelte. Anfang 2024 traf ich schließlich die Entscheidung: Ich begann mit der kontinuierlichen Einnahme von Dienogest.
Wirkung und Nebenwirkungen von Dienogest
Meine Periode blieb sofort aus, was eine enorme Erleichterung war. Stattdessen hatte ich leider mit extremer Erschöpfung (Fatigue) zu kämpfen. Laut meiner Gynäkologin war dies eine Nebenwirkung von Dienogest, gepaart mit einer Reaktion meines Körpers auf die chronischen Schmerzen. Ich kann dieses Gefühl am ehesten mit der Zeit vergleichen, als ich am Pfeifferschen Drüsenfieber (Mononukleose) oder Long Covid litt. Selbst eine kurze Gassirunde mit dem Hund war oft bereits zu viel und bedeutete, dass ich mich anschließend stundenlang ausruhen musste.
Zudem fühlte ich mich emotional etwas abgeflacht und meine Libido sank spürbar. Ein positiver Nebeneffekt war jedoch, dass sich mein Hautbild verbesserte, da ich von Natur aus zu Hautunreinheiten neige. Nach einigen Monaten ließ die extreme Müdigkeit glücklicherweise etwas nach und ich hatte sogar zwei fast schmerzfreie Monate, was ich damals sehr genossen habe. Dennoch blieb mein Gesundheitszustand sehr unberechenbar. Phasen, in denen es mir etwas besser ging, wechselten sich ständig mit wiederkehrenden Schmerz- und Erschöpfungsattacken ab.
Nach mehr als einem Jahr mit Dienogest musste ich eine ehrliche Bilanz ziehen. Zwar waren die schlimmsten Schmerzspitzen durch das Ausbleiben meiner Periode verschwunden, doch die chronischen Schmerzen und die Fatigue schränkten meinen Alltag nach wie vor stark ein. Deshalb habe ich mich gemeinsam mit meiner Frauenärztin für den Wechsel zu Ryeqo entschieden.
Meine Erfahrungen mit Ryeqo (Relugolix) bei Endometriose
Was ist Ryeqo und wie wirkt es?
Ryeqo gilt als sogenannte Zweitlinientherapie bei der Behandlung von Endometriose. Das bedeutet, dass Ärzt:innen es meistens erst dann verschreiben, wenn Medikamente der ersten Wahl (wie Dienogest oder kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK)) nicht ausreichend helfen. Die Tablette wird täglich oral und kontinuierlich eingenommen. Ryeqo enthält eine Kombination aus drei Wirkstoffen:
Relugolix (ein GnRH-Antagonist)
Dieser Wirkstoff blockiert GnRH-Rezeptoren im Gehirn und hemmt dadurch die Produktion von Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken. Der Körper wird quasi in eine Art künstliche, umkehrbare Menopause versetzt, um das Wachstum von Endometrioseherden zu unterbinden.
Estradiol (Östrogen) und Norethisteronacetat (Gestagen)
Hierbei handelt es sich um eine niedrig dosierte „Add-back“-Therapie. Die zusätzlich hinzugefügten Hormone schützen die Knochen vor Abbau (Osteoporose) und mildern Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, die bei einer Behandlung mit einem reinen GnRH-Hemmer auftreten würden.
Von Dienogest zu Ryeqo wechseln
Nach eineinhalb Jahren mit Dienogest stieg ich also auf Ryeqo um – in der Hoffnung, dass sich meine chronischen Schmerzen und die Erschöpfung endlich verbessern würden. Wie bei mir üblich zu Beginn der Einnahme eines neuen Hormonpräparats, hatte ich anfangs mit Kopfschmerzen und leichten Zwischenblutungen (Spotting) in Kombination mit schmerzhaften Krämpfen zu kämpfen. Glücklicherweise sind diese Blutungen danach nicht wieder aufgetreten.
Anfangs litt ich nachts außerdem unter Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und sehr intensiven Träumen, wodurch ich häufiger aufwachte. Laut meiner Ärztin sind das bekannte Begleiterscheinungen, die viele Frauen anfangs bei der Einnahme von Ryeqo erleben. Für mich lag die Lösung darin, die Einnahme schrittweise vom Abend auf den Morgen zu verlegen. Dadurch hatte ich schon bald wieder ruhige Nächte und auch die Hitzewallungen tagsüber verschwanden kurz darauf.
Die Wirkung von Ryeqo auf meine Schmerzen und mein Energielevel
Im ersten halben Jahr mit Ryeqo habe ich eine deutliche Verbesserung meiner Gesundheit bemerkt: an etwa zwei Dritteln der Tage war ich komplett schmerzfrei! Das hat meinem Energielevel einen riesigen Schub gegeben. Ich musste seltener zu Schmerzmitteln greifen und konnte körperlich deutlich mehr leisten. Später folgten sogar drei aufeinanderfolgende, komplett schmerzfreie Monate, die mir sehr gutgetan haben.
Leider erwies sich dieser positive Effekt als anfällig. Bei Infekten, etwas mehr körperlicher Anstrengung, Schlafmangel oder manchmal auch ohne ersichtlichen Grund kehrten die Beschwerden für mehrere Tage zurück. Dennoch hat sich meine allgemeine Lebensqualität im Vergleich zur Zeit vor Ryeqo deutlich verbessert.
Nebenwirkungen nach 1 Jahr Einnahme von Ryeqo
Mittlerweile nehme ich Ryeqo seit etwa einem Jahr. Die anfänglichen, an Wechseljahre erinnernden Nebenwirkungen wie Hitzewallungen und unruhige Nächte dauerten zum Glück nur wenige Wochen. Insgesamt fiel mir die Startphase also viel leichter als gedacht – ich hatte es mir definitiv schlimmer vorgestellt. Allerdings bemerke ich nach einem Jahr immer noch, dass meine Vaginalschleimhaut trockener ist. Das stört mich besonders im sexuellen Bereich. Glücklicherweise helfen hier ausreichend Vorspiel und ein gutes Gleitmittel.
Auf emotionaler Ebene geht es mir im Allgemeinen deutlich besser als unter Dienogest. Ich fühle mich häufiger fröhlich und energiegeladen, einfach weil ich seltener Schmerzen habe. Das ist ein riesiger Pluspunkt.
Trotzdem gibt es immer noch einen spürbaren Unterschied zu meinem Gefühlsleben ohne Hormone. Von Natur aus bin ich eher fröhlich und energisch, während ich mich mit Hormonen immer etwas gedämpfter fühle. Diese emotionale Abschwächung finde ich jedoch akzeptabel, solange ich dadurch keine höllischen Periodenschmerzen habe und mich insgesamt gesünder fühle.
Allerdings bekam ich im sechsten Monat der Einnahme von Ryeqo plötzlich intensive Stimmungsschwankungen. Ich fühlte mich regelmäßig ohne konkreten Anlass sehr traurig und hatte negative Gedanken, die ich so von mir gar nicht kenne. Gleichzeitig fühlte es sich so an, als ob hormonell plötzlich viel Aufruhr in meinem Körper herrschte – vergleichbar mit besonders starken PMS-Symptomen.
Meine Gynäkologin meinte, dass dies eine „logische“ Nebenwirkung von Ryeqo sei, da der Östrogenspiegel drastisch sinkt, was sich auf die Neurotransmitter (z. B. Serotonin, das „Glückshormon“) im Gehirn auswirkt. Frauen in den Wechseljahren leiden deshalb ebenfalls häufig unter depressiven Verstimmungen. Bei anderen Patientinnen war diese Niedergeschlagenheit sogar der Grund, das Medikament ganz abzusetzen. Hätten die heftigen Stimmungsschwankungen angehalten, hätte auch ich mit Sicherheit nach einer anderen Behandlung gesucht. Doch glücklicherweise zog dieser emotionale und hormonelle Sturm nach einigen Wochen von selbst vorbei und ist seitdem nicht wiedergekehrt.
Gewichtszunahme, Haarausfall & Knochendichte unter Hormontherapie
Bei der Suche nach Erfahrungen mit Dienogest oder Ryeqo in den sozialen Medien oder im Internet stößt man schnell auf gefürchtete Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme oder Haarausfall. Hier sind meine persönlichen Erfahrungen:
Gewichtszunahme
Falls es dich beruhigen kann: Ich persönlich hatte bei der Einnahme hormoneller Medikamente noch nie mit einer Gewichtszunahme zu tun.
Haarausfall und dünner werdendes Haar
Da sieht es bei mir anders aus. Mein Haar wurde bereits vor einigen Jahren merklich dünner, als ich eine Kombinationspille mit Dienogest (Maxim) nahm. Seitdem ist es leider nicht wieder voller geworden. Ich habe am Haaransatz sogar eine kleine, fast kahle Stelle, die aber wegen meiner lockigen Haare kaum auffällt. Während der Einnahme von reinem Dienogest (Zafrilla) und auch unter Ryeqo ist der Zustand zum Glück stabil geblieben, aber mein Haar hat sich eben auch nicht wieder erholt.
Schmierblutungen (Spotting)
Während einige Frauen berichten, dass sie unter Dienogest monatelang durchgehend bluten, hielt sich das bei mir in Grenzen. Meine Menstruation blieb sofort aus. Gelegentlich hatte ich Schmierblutungen, die dann auch direkt mit schmerzhaften Krämpfen einhergingen. Allerdings kam es nicht so häufig vor, dass es meine Erinnerung an diese Zeit dominiert.
Knochenabbau (Osteoporose)
Da Ryeqo den Östrogenspiegel stark senkt, besteht theoretisch ein Risiko für Knochenabbau (daher die zusätzlich enthaltene „Add-back“-Therapie). Ich nehme keine zusätzlichen Nahrungsergänzungsmittel, achte aber auf eine abwechslungsreiche Ernährung und ausreichend Bewegung. Da ich Ryeqo nun seit einem Jahr einnehme, habe ich meine Frauenärztin vor kurzem nach der Notwendigkeit einer Knochendichtemessung (DEXA-Scan) gefragt. Sie meinte allerdings, dass die Knochen nur wenig Östrogen benötigen und die Add-Back-Therapie ausreichen sollte.
Dienogest vs. Ryeqo: Mein persönlicher Vergleich bei Endometriose
Um dir einen möglichst klaren Überblick über meine Erfahrungen mit diesen beiden Endometriose-Medikamenten zu geben, habe ich sie in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Beachte bitte, dass es sich nur um mein persönliches Empfinden handelt – jeder Körper reagiert anders. Eventuell hilft es dir aber, deine eigenen Erfahrungen besser einzuordnen und Fragen für das nächste Gespräch mit deinem Arzt zu sammeln.
| Effekt / Nebenwirkung | Meine Erfahrungen mit Dienogest (Zafrilla) | Meine Erfahrungen mit Ryeqo (Relugolix) |
|---|---|---|
| Schmerzen | Die schlimmsten Schmerzspitzen während der Periode fielen weg. Chronische Unterleibsschmerzen traten zwar nicht mehr täglich, aber immer noch regelmäßig auf. | Großer Fortschritt: Etwa zwei Drittel der Zeit komplett schmerzfrei, sogar drei schmerzfreie Monate am Stück. Dennoch Schmerzschübe bei Triggern wie Infekten, Schlafmangel oder körperlicher Anstrengung. |
| Periode & Spotting | Die Periode blieb sofort vollständig aus. Gelegentlich traten Schmierblutungen auf, die dann von schmerzhaften Krämpfen begleitet wurden. | Nach einer kurzen Startphase mit Schmierblutungen und Krämpfen traten danach überhaupt keine Blutungen mehr auf. |
| Energielevel | Im ersten halben Jahr extreme Erschöpfung (wie bei Pfeifferschem Drüsenfieber). Danach oft starke Müdigkeit, sobald Schmerzen auftraten. | Mit dem Rückgang der Schmerzen bekam mein Energielevel einen riesigen Schub. Bei Schmerzen immer noch müde, aber weniger intensiv. |
| Gewicht, Haut & Haar | Keine Gewichtsveränderung. Mein Hautbild wurde deutlich reiner (weniger Pickel). Mein Haar war durch frühere Hormone bereits dünner geworden und wurde leider nicht wieder dichter. | Identisch bei Gewicht, Haaren und Haut. Allerdings tauchten vereinzelt dunkle Härchen anstelle meiner üblichen blonden Haare auf (z. B. auf der Brust oder an den Beinen). |
| Stimmung & Libido | Gewisse emotionale Abflachung und spürbare Verringerung der Libido. | Weiterhin emotionale Abflachung und verringerte Libido, aber insgesamt fröhlicher und fitter. Ausnahme: Einige Wochen mit depressiver Stimmung und PMS-artigen Beschwerden, die von selbst wieder vanished. |
| Kopfschmerzen & Konzentration | Vorübergehend stärkere Kopfschmerzen in den ersten Einnahmewochen. Die Konzentration ist bei mir wegen ADHS ohnehin schwierig, war aber durch die extreme Erschöpfung phasenweise kaum möglich. | Vorübergehend mäßige Kopfschmerzen in den ersten Wochen. Die Konzentration bleibt durch ADHS eine Herausforderung, ist aber dank mehr Energie und weniger Schmerzen oft besser. |
| Andere Nebenwirkungen | Leichte vaginale Trockenheit. | In den ersten Wochen nächtliche Hitzewallungen, Schweißausbrüche und intensive Träume (gelöst durch Einnahme am Morgen). Anhaltende vaginale Trockenheit. |
| Langzeiteffekt | Nach eineinhalb Jahren immer noch regelmäßig Schmerzen und Erschöpfung, was letztendlich der Grund für den Wechsel war. | Nach einem Jahr Einnahme ab und zu noch Schmerzen. Die Nebenwirkungen stören mich derzeit nicht allzu sehr. |
Chronische Schmerzen trotz Ryeqo: Die Ursachen
Obwohl Ryeqo mir dabei geholfen hat, einen Großteil der Zeit schmerzfrei zu sein, kommt es immer noch zu Schmerzschüben (Flares), wie beschrieben. Um die Ursache dafür zu finden, habe ich mich kürzlich an spezialisierte Endometriosezentren in Aachen und Köln gewandt (nach acht bzw. zwölf Monaten Wartezeit). Das hat sich gelohnt, denn dank der gründlichen, spezialisierten Untersuchungen konnten einige Fragen beantwortet werden.
Es hat sich herausgestellt, dass meine Beschwerden nicht nur von Endometriose stammen. Aktuell spielen drei weitere große Faktoren eine Rolle:
Adenomyose als Ursache für Unterleibsschmerzen
Es wurde festgestellt, dass ich neben der Endometriose auch an einer ausgeprägten Form von Adenomyose (dabei wächst gebärmutterschleimhautartiges Gewebe in die Muskelwand der Gebärmutter). Das erklärt sehr gut, warum trotz der erfolgreichen operativen Entfernung der Endometrioseherde und der hormonellen Unterdrückung durch Ryeqo phasenweise immer noch starke Schmerzen auftreten können.
Verwachsungen nach der Bauchspiegelung (Laparoskopie)
Vermutlich spielen auch Verwachsungen (Adhäsionen), die nach meiner Bauchspiegelung entstanden sind, eine Rolle. Dies ist ein bekanntes Risiko bei Operationen und kann unter anderem zu chronischen Bauchschmerzen führen, wenn Organe in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt werden oder wenn Druck oder Zug auf dieses Narbengewebe ausgeübt wird.
Nervensensibilisierung und das Schmerzgedächtnis
Durch die jahrelangen akuten und chronischen Schmerzen haben sich meine Nervenbahnen vermutlich verändert. Mein Nervensystem ist sozusagen „überempfindlich“ für Schmerzreize geworden und sendet weiterhin Alarmsignale, selbst wenn die ursprüngliche Ursache beseitigt wurde bzw. unterdrückt wird (Schmerzgedächtnis).
Ein neuer Behandlungsansatz: die Schmerzambulanz
Da meine körperlichen Beschwerden durch Hormontherapie und Lebensstilanpassungen bisher nicht vollständig gelindert werden konnten, wurde mein Behandlungsplan auf Empfehlung des Endometriosezentrums in Aachen inzwischen erweitert. Seit einigen Wochen nehme ich unter Anleitung und Kontrolle eines spezialisierten Schmerztherapeuten (Anästhesisten) täglich ein stärkeres Schmerzmedikament aus der Opioidklasse ein.
Es ist natürlich noch viel zu früh, um langfristige Schlüsse zu ziehen, aber die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Ich bin aktuell so gut wie schmerzfrei und habe nur sehr geringe Nebenwirkungen. Ich lerne daraus einmal mehr, dass es bei anhaltenden Beschwerden nützlich sein kann, neuen Behandlungsmethoden eine Chance zu geben. Gerne berichte ich in einiger Zeit über meine weiteren Erfahrungen.
Fazit: Die Balance zwischen Wirkung, Nebenwirkungen und Lebensqualität
Wenn ich auf meine Erfahrungen mit Dienogest und Ryeqo zurückblicke und sie gegeneinander abwäge, dann ist für mich das Verhältnis zwischen Wirkung und Nebenwirkungen ausschlaggebend. Beide Mittel sorgten bei durchgehender Einnahme dafür, dass die heftigen Periodenschmerzen sofort aufhörten, was eine enorme Erleichterung war und immer noch ist. Was meine allgemeine Lebensqualität betrifft, ist Ryeqo (Relugolix) jedoch der klare Gewinner.
Während Dienogest im ersten halben Jahr zu extremer Erschöpfung beitrug, die mich im Alltag sehr einschränkte, gab mir Ryeqo viel Energie und körperliche Leistungsfähigkeit zurück. Ja, die emotionale Abflachung und die geringere Libido sind immer noch da, und die Stimmungsschwankungen im sechsten Monat mit Ryeqo waren richtig unangenehm. Aber die Tatsache, dass ich jetzt den Großteil der Zeit schmerzfrei bin, lässt die Waagschale für mich ganz klar in Richtung Ryeqo ausschlagen.
Meine wichtigste Lektion der letzten Jahre? Eine Hormontherapie löst bei chronischen Schmerzen leider nicht immer alle Probleme, besonders nicht, wenn zusätzliche Faktoren vorliegen, wie bei mir Adenomyose, postoperative Verwachsungen und Nervensensibilisierung. Für mich bildet die Hormontherapie jedoch das Fundament, auf dem ich mithilfe von Schmerztherapie, Physiotherapie und Lebensstiländerungen aufbauen kann, um meine Gesundheit zu verbessern.
Was in deiner Situation ratsam ist, lässt sich leider nicht pauschal sagen, da jeder Körper und jeder Krankheitsverlauf bei Endometriose völlig individuell ist. Was mir geholfen hat, muss nicht unbedingt auch bei dir wirken – und umgekehrt. Nebenwirkungen, die bei einer Person auftreten, sind anderen möglicherweise komplett unbekannt. Ich kann dir daher nur empfehlen, dich bei anhaltenden Symptomen gründlich ärztlich beraten zu lassen. Und trau dich, weiterzusuchen, wenn eine Behandlung nicht den gewünschten Erfolg bringt!
Ich bin gespannt auf deine Geschichte!
Hast du auch die Erfahrung gemacht, dass die Suche nach der richtigen Hormonbehandlung schwierig sein kann? Oder stehst du selbst kurz vor dem Wechsel von Dienogest zu Ryeqo? Welches Medikament hat deine Lebensqualität am meisten verbessert und wie gehst du mit eventuellen Nebenwirkungen um?
Teile deine Erfahrungen, Fragen oder Gedanken gerne unten in den Kommentaren. Wir müssen diesen Weg nicht alleine gehen!
FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Dienogest und Ryeqo
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Dienogest ist ein synthetisches Gestagen und gilt als Erstlinientherapie bei Endometriose. Es senkt den Östrogenspiegel, unterdrückt den Eisprung und hemmt das Wachstum von Endometrioseherden.
Ryeqo hingegen ist ein Kombinationspräparat, das aus dem GnRH-Antagonisten Relugolix sowie einer sogenannten Add-back-Therapie mit Estradiol und Norethisteronacetat besteht. Relugolix unterdrückt im Gehirn die Funktion der Eierstöcke und damit die körpereigene Östrogenproduktion. Dadurch wird der Körper vorübergehend in einen künstlichen, umkehrbaren Wechseljahreszustand versetzt. Die Add-back-Therapie soll typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen sowie das Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) verringern.
Ryeqo gilt als Zweitlinientherapie und wird in der Regel erst verschrieben, wenn andere Hormontherapien nicht ausreichend wirken oder nicht gut vertragen werden.
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Ein Wechsel zu Ryeqo kommt meist dann infrage, wenn eine Erstlinientherapie wie Dienogest bei Endometriose unzureichend wirkt oder nicht gut vertragen wird.
Ein Wechsel kann insbesondere in folgenden Fällen sinnvoll sein:
Unzureichende Wirkung: Die Endometriose-Beschwerden werden durch Dienogest nicht ausreichend gelindert (z. B. anhaltende Schmerzen) oder Endometriome (Endometriosezysten) wachsen trotz der Behandlung weiter.
Starke Nebenwirkungen: Es treten Probleme wie anhaltende Schmierblutungen oder psychische Beschwerden auf, die die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Gut zu wissen: Solange die Erstlinientherapie gut wirkt und gut vertragen wird, besteht in der Regel medizinisch kein Grund für einen Wechsel. Der Übergang zu Ryeqo erfolgt immer nach ärztlicher Absprache – in der Regel fließend und ohne Einnahmepause.
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Sowohl Dienogest als auch Ryeqo werden zur Behandlung von Endometriose eingesetzt, unterscheiden sich jedoch in ihrem Wirkmechanismus und damit auch in ihrem Nebenwirkungsprofil. Welche Therapie besser vertragen wird, ist individuell sehr unterschiedlich.
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
Stimmung und psychische Beschwerden: Unter Dienogest können Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit und eine verminderte Libido auftreten. Auch unter Ryeqo sind diese Nebenwirkungen möglich. Da Ryeqo zusätzlich eine Add-back-Therapie mit Estradiol enthält, erfahren einige Patientinnen weniger ausgeprägte hormonell bedingte Stimmungsschwankungen als unter Dienogest.
Hitzewallungen und Wechseljahresbeschwerden: Da Ryeqo die körpereigene Östrogenproduktion stärker unterdrückt als Dienogest, können insbesondere zu Beginn der Behandlung Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder vaginale Trockenheit auftreten. Diese Beschwerden bessern sich bei vielen Frauen nach einigen Wochen.
Blutungen: Unter Dienogest sind unregelmäßige Schmierblutungen (Spotting) – vor allem in den ersten Monaten – eine häufige Nebenwirkung. Unter Ryeqo kommt es nach einer anfänglichen Umstellungsphase bei vielen Frauen zu einem vollständigen Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe).
Weitere körperliche Nebenwirkungen: Beide Medikamente können unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit oder Haarausfall verursachen. Auch Gewichtszunahme wird unter beiden Hormontherapien berichtet, lässt sich jedoch nicht eindeutig auf die Medikamente zurückführen und kann viele Ursachen haben.
Fazit: Dienogest wird häufiger mit Schmierblutungen und psychischen Nebenwirkungen in Verbindung gebracht, während unter Ryeqo vor allem zu Beginn wechseljahresähnliche Beschwerden auftreten können. Da Ryeqo den Östrogenspiegel stärker senkt, sollte bei einer langfristigen Behandlung auch die Knochengesundheit ärztlich im Blick behalten werden. Welche Therapie am besten geeignet ist, hängt von den Beschwerden, möglichen Begleiterkrankungen und der individuellen Verträglichkeit ab.
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Wenn Schmerzen trotz einer hormonellen Behandlung mit Dienogest oder Ryeqo bestehen bleiben, liegt das meist daran, dass diese Medikamente zwar das Wachstum der Endometrioseherde hemmen, aber nicht alle Schmerzursachen beseitigen können. Häufig spielen weitere, nicht-hormonelle Faktoren eine Rolle:
1. Narbengewebe und Verwachsungen (Adhäsionen): Eine Hormontherapie kann das Wachstum von Endometrioseherden hemmen, bereits bestehende Verwachsungen (Adhäsionen) oder Narbengewebe jedoch nicht beseitigen. Diese können Organe in ihrer Beweglichkeit einschränken und durch Zug oder Druck auch unabhängig vom Menstruationszyklus Schmerzen verursachen.
2. Schmerzgedächtnis (Zentrale Sensibilisierung): Durch jahrelange, anhaltende Schmerzen kann sich das Nervensystem verändern und dauerhaft überempfindlich werden. Das Gehirn interpretiert dann selbst normale Reize (wie Darmbewegungen oder eine volle Blase) als schmerzhaft, oder sendet noch Schmerzsignale, obwohl die eigentliche Schmerzquelle hormonell unterdrückt ist oder operativ entfernt wurde.
3. Verspannte Beckenbodenmuskulatur: Viele Betroffene entwickeln als Reaktion auf die chronischen Schmerzen eine dauerhafte Anspannung der Beckenbodenmuskulatur. Diese Muskelverspannungen können selbst zu anhaltenden Unterleibsschmerzen beitragen.
4. Entzündungsprozesse: Endometrioseherde können entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzen, die Schmerzrezeptoren reizen. Zudem sprechen manche Herde nur eingeschränkt auf hormonelle Therapien an.
5. Begleiterkrankungen: Bei vielen Frauen mit Endometriose bestehen zusätzlich Erkrankungen wie Adenomyose, das Reizdarmsyndrom oder chronische Blasenbeschwerden, die ähnliche Symptome verursachen.
Fazit: Wenn unter Dienogest oder Ryeqo weiterhin starke Schmerzen auftreten, bedeutet das nicht automatisch, dass die Behandlung wirkungslos ist. Häufig spielen zusätzliche Schmerzmechanismen oder Begleiterkrankungen eine Rolle. In diesen Fällen kann eine multimodale Therapie sinnvoll sein, die neben der Hormonbehandlung auch Schmerztherapie, Beckenbodenphysiotherapie und – je nach Ursache – gegebenenfalls operative Maßnahmen umfasst.
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Weiterführende Informationen
Wenn du dich noch tiefer in das Thema Endometriose und Hormontherapien einlesen möchtest oder auf der Suche nach offiziellen Anlaufstellen bist, findest du hier hilfreiche Links und wissenschaftliche Quellen:
🏥 Patienteninformationen & Fachportale
Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.: Informationen zu Endometriose, Behandlungsmöglichkeiten, Selbsthilfeangeboten und zertifizierten Endometriosezentren.
Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Allgemeinverständliche und evidenzbasierte Informationen zu Endometriose und Behandlungsmöglichkeiten.
Frauenärzte im Netz: Fachliche Informationen des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) zu Endometriose, Diagnostik und Therapie.
📄 Medizinische Leitlinien & Arzneimittelinformationen
S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Endometriose: Die offizielle medizinische Diagnostik- und Behandlungsrichtlinie für Endometriose, die von der AWMF für Fachärzt:innen in Deutschland bereitgestellt wird.
Gebrauchsinformation Ryeqo (PatientenInfo-Service): Offizielle Packungsbeilage mit allen wichtigen Informationen zu Einnahme, Nebenwirkungen und Aufbewahrung.
Gebrauchsinformation Zafrilla (PatientenInfo-Service): Offizielle Packungsbeilage mit allen wichtigen Informationen zu Einnahme, Nebenwirkungen und Aufbewahrung.
🔬 Wissenschaftliche Studien
Blair, H.A. (2024): Relugolix/Estradiol/Norethisterone Acetate: A Review in Endometriosis-Associated Pain. Drugs. DOI: 10.1007/s40265-024-02018-3
💡Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie aus Relugolix, Estradiol und Norethisteronacetat bei endometriosebedingten Schmerzen.
Palumbo, M., Giampaolino, P., Pellicano, M. et al. (2026): New perspectives in managing chronic pelvic pain in endometriosis: the role of GnRH antagonists versus dienogest. Expert Opinion on Pharmacotherapy. DOI: 10.1080/14656566.2026.2657998
💡Übersichtsarbeit über neue Perspektiven in der Behandlung von chronischen Unterleibsschmerzen bei Endometriose, mit einem Fokus auf den Vergleich zwischen Dienogest und GnRH-Antagonisten wie Ryeqo.
Sun, R., Xu, H., Ma, R. et al. (2026): Clinical and endocrine effects of pharmacological therapy in endometriosis: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Endocrinology. DOI: 10.3389/fendo.2026.1792793
💡Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse über die klinischen und endokrinen (hormonellen) Auswirkungen verschiedener medikamentöser Therapien bei Endometriose.
Giudice, L., As-Sanie, S., Arjona Ferreira, J. et al. (2022): Once daily oral relugolix combination therapy versus placebo in patients with endometriosis-associated pain: two replicate phase 3, randomised, double-blind, studies (SPIRIT 1 and 2). The Lancet, 399. DOI: 10.1016/S0140-6736(22)00622-5
💡Zwei replizierte, randomisierte Doppelblindstudien (Phase III) zur Wirksamkeit einer einmal täglichen oralen Relugolix-Kombinationstherapie im Vergleich zu Placebo bei endometriosebedingten Schmerzen.